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YamahaFreakMT07

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1

Dienstag, 12. Juli 2016, 22:21

Stahl Reduzierhülsen für Mosin Nagant Salut

Hallo Jungs auch Mädels :facepalm:

Mal eine ganz ernste Frage .
Darf ich die Reduzierhülsen für Salutwaffen selber Herstellen bzw, Drehen.
Der eine sagt Ja, und der andere Nein *wall1*
"Ist das legal", :help: oder eine Beschusspflicht (PTB) notwendig ?
Jetzt bin ich mal gespannt auf die Antworten :wacko:

Mfg Yamahafreak *coffee1*
:verklopp:

2

Dienstag, 12. Juli 2016, 23:29

Das Thema habe ich schon mal bearbeitet, ich zitiere es einfach mal:
Die scheinbar einschlägige Regel findet sich im Beschußgesetz § 7 (1):

Zitat

§ 7 Zulassung von Schussapparaten, Einsteckläufen und nicht der
Beschusspflicht unterliegenden Feuerwaffen, Systemprüfungen von
Schussapparaten und der in ihnen zu verwendenden Kartuschen-
munition
(1) Schussapparate, Zusatzgeräte für diese Apparate, Gasböller,
Einsätze für Munition mit kleinerer Abmessung sowie Einsteckläufe
ohne eigenen Verschluss für Munition mit dem zulässigen höchsten
Gebrauchsgasdruck dürfen als serienmäßig hergestellte Stücke nur
dann in den Geltungsbereich dieses Gesetzes verbracht oder gewerbs-
mäßig hergestellt werden, wenn sie ihrer Bauart und Bezeichnung nach
von der zuständigen Stelle zugelassen sind.


Hört sich zunächst an als wären damit alle Spatzen gefangen.

Aber: bereits hiernach ist die Zulassung nur für gewerblich und
serienmäßig hergestellte Stücke erforderlich.
Allerdings kann man einen Sachverhalt im Waffenrecht praktisch
nie anhand eines einzelnen Paragraphen bewerten. Die richtige
Interpretation hat schon manchen Berufsjuristen scheitern lassen.
Ohne einen halbwegs aktuellen Kommentar zum Waffenrecht ist
das praktisch unlösbar, denn der Wille des Gesetzgebers ist der
Interpretation zugrunde zu legen. Dieser kann in der Gesetzes-
begründung die in Bundestagsdrucksachen veröffentlicht werden
nachgelesen werden. Kommentare ordnen solche den jeweiligen
Normen zu, anders wären Sie fast unauffindbar.
Zum § 7 ist die Begründung in der BT Dr. 7/4407 auf Seite 6 zu
finden: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/07/044/0704407.pdf

Dort heißt es:

Zitat

Neben den Einsteckläufen wurden Einsätze für
Schußwaffen ohne Lauf entwickelt, die die äußere
Form der Originalmunition für diese Schußwaffen
haben und die ein Patronenlager für die Aufnahme
einer kleineren Patrone enthalten. Mit Hilfe der
Einsätze kann aus derselben Waffe Munition mit
einer kleineren Abmessung und einer schwächeren
Ladung verschossen werden. Diese Munition wird
für Übungs- und jagdliche Zwecke verwendet. Die
genannten Einsätze werden durch den Gasdruck
dieser Munition wesentlich geringer als durch die
Originalmunition beansprucht. Es reicht deshalb
aus — wie in Absatz 2 Satz 2 vorgesehen , diese
Einsätze wie die Einsteckläufe einer Bauartzulassung
zu unterwerfen.


Daraus ergeben sich 2 wesentliche Erkenntnisse.
Erstens: Die Zulassung ist als Erleichterung der Beschuß-
pflicht zu verstehen weil nicht mehr jedes einzelne Teil
geprüft werden muss.
Zweitens: Die Vorschrift zielt nur auf Patronenmunition!

Eine Erleichterung für die nicht vorhandene Beschuß-
pflicht ist allerdings unsinnig. Für die 6mm Flobert gilt:


Zitat

§ 4 Ausnahmen von der Beschusspflicht
(1) Von der Beschusspflicht sind ausgenommen:

2.
Schusswaffen mit einem Patronen- oder Kartuschenlager
mit einem Durchmesser kleiner als 6 Millimeter und einer
Länge kleiner als 7 Millimeter …


Entsprechend der Absicht nur die Einsätze für Patronen-
munition zu regeln findet sich die Definition der Einsätze
im WaffG in der Anlage 1 (zu § 1 Abs. 4)

Zitat

3.7 Einsätze sind Teile, die den Innenmaßen des Patronenlagers
der Schusswaffe angepasst und zum Verschießen von Munition
kleinerer Abmessungen bestimmt sind.


Ein Patronenlager ist kein Kartuschenlager, an dieser Stelle
wird das sorgfältig unterschieden. Da eine Spezialnorm einer
allgemeinen Norm vorgeht ist auch die allg. Definition:

Zitat

1.3.1 der Lauf oder Gaslauf, der Verschluss sowie das Patronen-
oder Kartuschenlager, wenn diese nicht bereits Bestandteil des Laufes
sind;


nicht auf diese Einsätze anzuwenden.

Das findet sich auch nochmal in der Verwaltungsvorschrift:

Zitat

Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 3.7
Unter "Einsätzen" sind Adapter zu verstehen, bei denen Patronen
kleinerer Abmessungen, jedoch mit gleichem Geschossdurchmesser
verwendet werden. Diese Einsätze (sogenannte Reduzierhülsen)
besitzen keinen Lauf.


Daraus folgt zwangsläufig daß Einsätze für Kartuschen nicht
zu den wesentlichen Teilen gehören und daher weder Beschuß-
pflichtig sind noch Bauartgeprüft sein müssen.

Wenig überraschend finden sich in der PTB-Liste denn auch
58 Einsteckläufe für Patronenmunition, aber kein Einsatz für
Kartuschen. Einsätze sind aber in Salutwaffen gebräuchlich
und werden als Salut-Adapter zu Tausenden verkauft.

Einen Auffangtatbestand gibt es natürlich auch noch im § 2:


Zitat

Bestehen Zweifel darüber, ob ein Gegenstand von diesem Gesetz
erfasst wird oder wie er nach Maßgabe der Begriffsbestimmungen
in Anlage 1 Abschnitt 1 und 3 und der Anlage 2 einzustufen ist, so
entscheidet auf Antrag die zuständige Behörde


Das wäre in diesem Fall das BKA. Es gibt 2 Bescheide die in dem
besprochenen Fall entfernt in Betracht kommen:
Einmal den Bescheid vom 23.03.2011 bei dem es um FireCaps
geht die "Ladehülsen" verwenden. Diese werden wegen der
geringen Energie als Spielzeug eingestuft Auf die Ladehülsen
geht das BKA gar nicht erst ein.
Des weiteren den Bescheid vom 02.02.2010 bei dem es um den
Bausatz für scharfe Munition aus Kartusche, Ladehülse und
Geschoß geht. Diese Konstruktion wird richtigerweise nach
Nr. 3.7 als wesentliches Waffenteil eingestuft.


Um es abzuschließen: die Kennzeichnungspflicht.
Diese trifft nur den Herstelle/Importeur:


Zitat

§ 24 Kennzeichnungspflicht, Markenanzeigepflicht
(1) Wer gewerbsmäßig Schusswaffen herstellt oder in den
Geltungsbereich dieses Gesetzes verbringt, …


Das kann dem Erwerber/Besitzer schon deshalb egal sein.
Da es sich aber in unserem Fall nicht um wesentliche Teile
handelt entfällt die Kennzeichnungspflicht ganz.

Das selbe gilt auch für die Herstellerlaubnis.
Wenn die Regierung das Volk fürchtet, herrscht Freiheit. Wenn das Volk den Staat fürchtet, herrscht Tyrannei.
Thomas Jefferson - der hauptsächliche Verfasser der Unabhängigkeitserklärung

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YamahaFreakMT07 (12.07.2016)

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3

Mittwoch, 13. Juli 2016, 00:20

Erstmal ein dickes Dankeschön und Hallo.




Da liest man sich ja Blind :bangdesk:
Da muss ich erst einmal eine Nacht drüber schlafen :Nacht:
Morgen ist auch noch ein Tag.
Mfg Siggi
:verklopp:

4

Mittwoch, 13. Juli 2016, 00:43

hihihi

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Pellkopf« (9. Juli 2017, 00:29)


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YamahaFreakMT07 (14.07.2016)

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5

Donnerstag, 14. Juli 2016, 20:03

Hi Fabian
Alles klar das heißt auf Deutsch ich kann die Reduzierhülsen selber Drehen
Danke und Grüße Siggi
:verklopp:

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