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Montag, 31. Dezember 2012, 14:28

Pfeilfunde von Beginn bis ins Mittelalter in Nordeuropa

Pfeil und Bogen in Europa von der Steinzeit bis ins Mittelalter
Die Pfeilfunde in zeitlicher Reihenfolge:


1. Tundrapfeile(D), ca. 10.000 v. Chr.

Hier sieht mal drei Beispiele von Knochenspitzen aus der Zeit der Jäger nach der letzten Eiszeit, und um 10.000 v. Chr. beginnt auch langsam das Sesshaft werden der Menschen mit Anbau von Korn aus Gräsern wie Einkorn zur Unterstützung der Nahrungsmenge.
Der Ertrag war mäßig, aber das Korn war durch seine nicht wie heute auf Menge hochgeblasenen Nachfahren zigmal so nahrhaft und unempfindlich gegen Schädlinge. Man fand in Schüsseln Nahrungsreste eines Müslis mit Einkorn und Nüssen. Aber das wird jetzt ein andres Thema.

Bild 1



2. Stellmoor, Ahrendsburger Kultur (D), ca. 9.000 - 8.000 v. Chr.

Bei den Ausgrabungen in Ahrensburg in den 30-er Jahren wurden in größerer Tiefe 100 Pfeilfragmente und 4 vollständige Pfeile aus Kiefernspaltholz mit Flintspitze gefunden.
Der Gesamtschaft hatte 1 Meter Länge, die sich in einem langen Hinterschaft und einem 15 cm bis 20 cm langen Vorschaft aufteilen.
Die Schäfte sind einzeln oder paarweise mit Sandstein geschliffen worden. Die Verbindung der beiden Schaftteile ist eine mit Pflanzenbast (warscheinlich Birkenbast) fixierte Klauenkupplung.
Beim Durchstreifen des Tieres durch das Unterholz konnten sich die Schaftteile lösen und somit wiederverwendet werden. Die Flintspitze wurde gabelförmig eingeklemmt und mit Pflanzenbast fixiert.. Gegen Abrutschen der Sehne hatte der Schaft hinten eine Sehnenkerbe in V-Form von max. 6 mm Breite und 3 mm Tiefe.

Vor kurzem sind die Spitzen nach England gegangen, um dort nach Teerkleberesten untersucht zu werden. Bisher liegt der Beginn der Teerklebung bei ca. 7.500 v. Chr. Leider haben frühere Archäologen die Funde extrem gründlich gereinigt.

Ebenso wurde bei den Funden ein Stück Holz gefunden, das auf einen Bogenarm hindeutete. Leider ist das Museum im Krieg bombardiert worden und das Stück ist nicht mehr vorhanden.
Anhand des Fundplatzes und Knochenfunden von Wild läßt sich die Jagdtechnik rekonstruieren: Von oben auf den Hängen eines Tales stehend wurden Tiere , welche durchgetrieben wurden, von vorne, hinten oben und seitlich beschossen , um dann am Ende des Tales schwer verwundet vorm See zusammenzubrechen oder noch dort hinein zu flüchten um dann zu verenden. Das läßt sich anhand von 27 Knochentreffern belegen .

Bild 2



3. Lilla Loshult Pfeile(S), ca. 7.500 v. Chr.

Der Lilla-Loshult Pfeil aus Südschweden ist mittelsteinzeitlich,
ca. 7.500 Jahre v. Chr. Er ist 88 cm lang und aus Kiefernspaltholz .
Er hat einen mit Birkenteer angeklebten dreieckigen Mikrolith und eine an den Schaft geklebte Seitenschneide. Die Mitte der Spitze sitzt seltsamerweise seitlich aus der Flucht zur Schaftmitte heraus.

Bild3



4. Fippenborg (DK), ca. 7.000- 6.500 v. Chr.

Der Pfeil aus Fippenborg war 90 cm bis 100 cm lang und hatte einen Schaftdurchmesser von 8,5 mm bis 10,1 mm. Der Schaft bestand aus Fichte.


5. Sillerup(D), ca. 8.000 -5.000 v. Chr.

In Sillerup bei Flensburg wurde der längste komplett erhaltene Pfeil gefunden. Der Kiefernschaft hat eine Länge von 119 cm.
Am hinteren Ende sind Bewicklungsspuren, die auf eine Befiederung hinweisen. Die Spitze vorne war nicht mehr erhalten.


6. Vinkelmose (DK), ca. 8.000 bis 5.000 v. Chr.

Der Pfeil von Vinkelmose in Dänemark ist 102 cm lang.Der Schaft aus Kiefernholz ist zwischen 0,55 cm und 0,95 cm dick. Er ist sorgfältig gerundet und geglättet.
Der Pfeil wird quasi von vorne an der Spitze (0,95 cm) nach hinten zur Nock auf 0,55 cm dünner. Am hinteren Ende beginnt eine Wicklung aus tierischem Material, sprich Sehne, dann kommen 16 cm lange Federn und die vordere Wicklung . Die Spitze fehlt hier. Aber es ist seitlich in Spitzennähe eine Kerbe, in der mal eine Spitze eingeklebt war. Die Nock ist hier nicht mit Sehnenkerbe in V-Form , sondern rund.

Bild4



7. Holmegaard(DK), ca. 6.000 v. Chr.

Zur Zeit der älteren Holmegaardbögen bestanden die Schäfte aus Spaltholz von Kiefer oder Birke sowie aus Schößlingen von Hasel ,Schneeball oder Hartriegel. Sie waren 88 cm bis 119 cn lang. Es gab zylindrische Holzkolbenpfeile oder Schäfte mit angeteerten kleinen Flintschneiden Die Sehnenkerbe hat hier die V-Form. Bei den Jüngeren Holmegaardpfeilen kommt noch Esche als Schaftholz hinzu.

Bild 5
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Montag, 31. Dezember 2012, 14:30

Pfeilfunde von Beginn bis ins Mittelalter in Nordeuropa

Teil 2

8. Tybrind-Vig Pfeil(DK), ca. 5.300- 4.000 v. Chr.

Der Holzkolbenpfeil von Tybrind-Vig entspricht dem Fund von Holmegaard und ist aus Haselnuss gefertigt.

Bild 6



9. Kückhoven (D), ca. 5.090- 5.065 v. Chr.

Kein Material vorhanden.


10. Petersfehner Moor(D), ca. 5.000 v. Chr.

Der 1905 geborgene, 9,5 cm lange vordere Teil eines Pfeilschaftes hatte einen Durchmesser von 0,9 cm .
Er ist aus dem Schößling der Haselnuss gefertigt. Er ist im Spitzenbereich rechteckig , leicht abgerundet. Im Schaft ist eine rechteckige Aussparung von 0,7 cm Tiefe und 0,3 cm Breite eingearbeitet worden. Er ist mit einer Querschneiderspitze aus Flint bestückt von ca. 1,4 cm Länge , 1,4 cm Breite und 0,4 cm Dicke. Der Sitz der Spitze wurde warscheinlich von einer Wicklung aus Binsenhalm fixiert, welcher zusätzlich mit einem Harz verklebt wurde.
Das Bild zeigt den gleichartigen Fund von Eising.
In meinen Augen und bei gesehenen Versuchen stellt sich diese Spitze als extrem effektiv dar. Die Spitze ist Rasierklingenscharf und schneidet ein schaftübergroßes Loch in das Wild.

Bild 7



11. Kolthusene, Fünen (DK), ca. 5.000 v. Chr.

Das gefundene Pfeilfragment besteht aus dem Vorderende von 5,5 cm Länge und einer Querschneiderspitze von 1,1 cm Breite und o,3 cm Dicke,
Als Bewicklung, 3,5 cm lang, wird Baumbast angegeben.
Funde zeigen , das solche Klingen ebenso aus Abschlägen wie auch aus Rohklingen gemacht wurden.
Das Bild zeigt den Baugleichen Fund von Eising.

baugleich Bild 7



12. Förstermoor, Satruper Moor(D), ca. 5.000 v. Chr.

Das Förstermoor in Südteil des Satruper Moores barg einen Pfeilschaft, der mit einem Querschneider bestückt war. Der Schaft war aus dem Schößling des Hartriegel. Die Länge betrug noch 74,5 cm. Die Dicke betrug 0,85 cm -0,90 cm. Die Wurzelrichtung des Schößling zeigte Richtung Spitze. Im gespaltenen Ende des Schaftes war eine Querschneiderspitze von 1,5 cm Länge und 1,6 cm Breite.
Der hergestellte Spalt zur Spitzenaufnahme war 3,5 cm lang. Der Pfeil wurde aussermittig auf beiden Seiten gespalten,der Zwischenraum von 0,3 cm wegggearbeitet, um den Querschneider einsetzen zu können. Die Wicklung ist nicht erhalten.
Das Foto zeigt den Pfeil , der hier typisch für Norddeutschland ist und dem Fund entspricht.

baugleich Bild 7



13. Eising(DK), ca. 5.000- 2.000 v. Chr.

Der Fund von Eising(Dänemark) zeigt eine in Norddeutschland sehr gängige Pfeilspitze, eine trapezörmige Flintspitze, die aus langen Rohklingen hergestellt wird , indem ein Bruchstück einer langen Klinge hier quer benutzt wird. Daher hat man hier eine rasiermesserscharfe Klinge mit Quasi -Vorschneider in Überschaftdurchdurchmesser, sodaß der Pfeil im Wild kaum ausbremst . Die Schaftdicke beträgt 0,85 cm, die Klingenbreite 1,3 cm. Die Wicklung war aus Tiersehne.

baugleich bild 7



14. Alpiner Raum(D), ca. 5.000- 2.000 v. Chr.

Hier sind drei Beispiele von Pfeilspitzen der Jungsteinzeit aus dem alpinen Raum.

1. Flintspitze, gabelförmig im Schaft festgehalten und mit Teer fixiert.

2. Knochenspitze mit einseitiger Basisabschrägung (Schaft schräg geschnitten und Spitze auch) , um mehr Klebefläche zu erhalten.
Anschließend mit Pflanzenfasern oder Nesselfäden umwickelt und mit Birkenteer überteert.
3.. Kolbenpfeil mit aufgestecktem Geweihstück. Das Geweihstück ist 3/4 durchbohrt und mit Kleber fixiert. Dies ist nun eine besonders leicht herzustellende Variante des Kolbenpfeiles, wenn man an die Arbeit eines aus einem Stück geschnitzen Kolbenpfeil denkt.
In der Jungsteinzeit werden im alpinen Raum Schößlinge des wolligen Schneeballs sowie Obstholz und Hasel benutzt.

Bild 8



15. Norddeutscher Raum(D), ca. 5.000- 2.000 v. Chr.

Dies sind ein paar Spitzen aus der Jungsteinzeit, wie sie im Norddeutschen Raum verbreitet waren. In der Mitte eine Knochenspitze, rechts daneben eine Schieferspitze.

Bild 9



16. Skandinavischer Raum(DK), ca. 5.000- 2.000 v. Chr.

Die hier gezeigten Funde sind aus der sogenannten "Dolchzeit "(Jungsteinzeit ) aus Langeland in Dänemark.

Bild 12



17. Bregentstedt(D), ca. 4.500- 3.500 v.Chr.

Kein Matreial verfügbar.

18. Egolzwil4 (CH), ca.4.300 v. Chr.

Das hier abgebildeete Stück Pfeilrest ist die Spitze eines Holzkolbenpfeiles vom Fundort Egolzwil 4 am ehemaligen Uferrand eines Sees, an dem nacheinander 6 Dörfer entstanden . Der Holzkolbenschaft ist aus einem Stück von einem dickeren Ast gearbeitet.

Bild10



19. Muldbjerg(DK), ca. 4.000-3.000 v. Chr.

das Pfeilschaftfragment von Muldbjerg (Seeland, Dänemark) hat einen Schaftdurchmesser von 0,7 cm , eine Restlänge von 30,0 cm und besteht aus Eschenspaltholz. Er trägt vorne eine Querschneider -Pfeilspitze von 2,6 cm Länge und 1,0 cm Breite und 0,4 cm Dicke.
Das Bild zeigt den bauartgleichen Fund von Eising.

baugleich Bild7



20. Thayngen-Weiher(CH), ca. 3.820- 3.594 v. Chr.

Kein Material vorhanden.

21. Arbon- Bleiche 3(CH), ca. 3.400 v. Chr.

In der Schweizer Pfahlbausiedlung wurden Unmengen von Gegenständen gefunden. Die verwendeten Flinte und Silexe für Pfeilspitzen kamen im Fernhandel aus Nordfrankreich.

22. Wustermark / Havelland(D), ca 4.000- 2.000 v. Chr.

Jungsteinzeitliche Pfeilspitzen aus Wustermark.

Bild 11
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Montag, 31. Dezember 2012, 14:47

Pfeilfunde von Beginn bis ins Mittelalter in Nordeuropa

Teil3



23. Hauslabjoch(Ötzi),(A,I), ca. 3.400 - 3.200 v. Chr.

Im Köcher des Ötztalmannes befanden sich 2 schießfertige Pfeile und 12 Rohschäfte, eine aufgewickelte Schnur,
3 gebündelte Tiersehnen , ein Geweihdorn und 4 Hirschgeweihspäne.
Der kürzere der beiden Pfeile ist 85cm lang und aus dem Trieb des wolligen Schneeballs.
Er wurde an beiden Enden grade abgeschnitten, entrindet und geglättet.
Dies geschieht mit 2 aufeinandergesetzten Sandsteinen mit halbkreisförmigen Längsrillen, die zusammengelegt eine Röhre ergeben .
Der Schaft hat einen Durchmesser von 0,9 cm. Der vordere Schaftteil ist auf einer Länge von 9,5 cm auf 1,1 cm verdickt .
Die Spitze ist beidseitig retuschiert, sie ist 3,9 cm lang und 1,8 cm breit und besitzt einen Schäftungsdorn.
Die Spitze ist bis zur Hälfte, der vordere Schaftteil auf 4,3 cm überteert worden. Über den Teer wurde ein ungedrillter Faden aus
Tiersehne gewickelt.
Der hintere Schaftteil wurde mit Ausnahme der Sehnenkerbe auf einer Länge von 13,0 cm um 1mm Durchmesser verdünnt und
mit einer dünnen Schicht Teer wieder auf Schaftmass verdickt.
Die Dreifachbefiederung hatte 13,1 cm Länge und wurde ohne Drall aufgeklebt.
Mit einer Flintklinge wurden die Federn beschnitten und ebenso die Sehnenkerbe geschnitten, welche1,2 cm tief und 4mm breit ist.
Sie hat quasi V-Form . Die an den teer geklebte Befiedeung wurde nun mit nesselfaden 2 -fach gezwirnt, 0,15 mm dick, umwickelt.

Derfertige Pfeil ist mit 90,4 cm etwas länger. Die Federn messen hier 13,8cm.
Die ebenfalls zweiseitig retuschierte Dornpfeilspitze mißt 3,8 cm in der Länge, 1,6 cm in der Breite und 0,5 cm in der Dicke.
Die Sehnenkerbe ist hier 14 mm tief.
Der Schaft ist aus zwei Pfeilresten zusammengesetzt und eingezapft, die Reparaturstelle auf 4 cm Länge geteert und mit Nesselfaden umwickelt.
Beide Schaftteile sind 1,2 cm dick. Da eine Befiederung links gewickelt war und die andere rechts,
geht man von 2 verschiedenen Pfeilbauern aus. Beide Pfeile waren benutzt, sie hatten Blutreste an Spitzen und Schaft und Bruchstellen im Spitzenbereich.
Die restlichen 12 Rohschäfte waren entrindet und die kleinen Ästchen entfernt, aber noch nicht geglättet.
Die Spitzenaussparung war schon vorhanden. Ötzi hat also in Serie gebaut .
Die Schaftlängen varieren zwischen 84,5 cm und 87,8 cm Länge. Letztlich war der gesamte Pfeilbestand zum Zeitpunkt des
Todes nicht zu gebrauchen.

Bild 13

24 .Schniedejoch(CH), ca. 3.000 v. Chr.

Im dem Köcher aus Birkenrinde befanden sich 2 Silexspitzen, wie Röntgenaufnahmen zeigten. Mehr wurde noch nicht geöffnet.

Bild 14

25. Lüneburg/ Lüneburger Kultur (D), ca. 1.800 v. Chr.

Die Pfeilspitzen der Lüneburger Kultur sind relativ klein und sehr fein gearbeitet. Die Kunst der Flintbearbeitung hat hier seine Hochblüte.
Die Feinheit orientiert sich schon an den Bronzespitzen. Das geht soweit ,das Dolche z.b. mit einer Naht gehauen wurden,
die die Gußnaht eines Bronzedolches imitiert.. Die Spitze wird gabelförmig vom Schaft gehalten und mit Birkenteer fixiert.
Länge der Spitze: 26mm. Breite der Spitze: 20mm.
Ein geübter Steinzeittechniker schlägt diese feineretuschierte Spitze in 12 Minuten.

Bild 14a

26. Englischer Raum (GB), ca. 1.800 v. Chr

Feingearbeitete Flintspitzen mit feiner Retuschierung werden hier in der typischen Fundform gezeigt.

Bild15

27. Bernburg (D), ca.1.600 v. Chr.

Die in Bernburg gefundenen Pfeilspitzen sind aus Flint oder Bronze mit dreieckiger Spitze und Tülle.

Bild16

Hier beginnt nun ein Fundloch von gut 1.200 Jahren. Dies wird darauf zurückgeführt , das durch Weidehaltung und Tierhaltung
im Wald das Jagen aufgegeben wurde. Bisher sind alle Bögen reine Jagdbögen gewesen.
Nach Ende des Fundloches beginnt eine Neue Ära des Bogens.
Der Bogen ist fürden Germanen (Ger - mann, Speerträger) nicht wichtig.
Das dann plötzlich Bögen in D -Form (Ich nenn sie mal Langbögen )aufkamen,
führt man nach neueren Erkenntnissen darauf zurück,
das sich gegen die Römer mit Ihren Bogenschützen gewehrt werden mußte.
Deswegen gehts jetzt 1200 Jahre weiter zum Nydambogen.

28. Nydam (DK), ca. 200 - 400 n. Chr.

Bei den Pfeilen handelt es sich um einen Teil einen monumentalen Opferfundes aus dem Nydammoor.
Die Pfeile aus Kiefernspaltholz oder Eschenholz sind ca. 80 cm lang und gebarrelt.
Kiefernschäfte haben hier 6-20 Jahresringe auf 1 cm Holz. Eschenschäfte haben 2-7 Ringe auf 1 cm Holz.
Das hintere Ende des Pfeils wird auf etwa 11-12 cm Länge dünner geschnitzt. (siehe Bild)

Bild 17

Der gesamte Bereich wird mit Birkenteer eingestrichen und mit 4-fach Befiederung (Adler oder andre Großvögel) befiedert .
Zusätzlich kommt eine dünne Wicklung um die Federn. (bis zu 64 Wicklungen auf 10 cm.)
Nur das Nockende bleibt in Schaftdicke, da dort die Sehnenkerbe eingearbeitet ist.
Auf das vordere Ende kommt manchmal eine Eisenspitze mit kleiner Tülle, die mit einem kleinen Nagel befestigt wird.
Oft aber Knochenspitzen mit blattförmiger Spitze, die eine Schaftzunge besitzen, welches in das leicht gespaltene
vordere Ende gesetzt und mit Birkenteer eingeklebt und festgewickelt wird. Die Spitzen können Längen
von bis zu 14 cm erreichen.
Etliche der Pfeile waren mit runenartigen Ritzungen verziert.

Auchbei den Pfeilen (siehe Nydfamfund- Bogen) wurden Exemplare gefunden,
die geradezu hingepfuscht wurden und mit größeren Aststücken im Schaft versehen waren.
Als Grund wird die schnelle Aufstockung der Opfergabe angenommen.


29. Haithabu / Wikingerzeit(D), 792 - 1.066 n. Chr.

Es gibt Tausende von verrosteten Pfeilspitzenfunden der Wikingerzeit, selten aber nur Holzreste der Schäfte .
Bisher wurde kein in voller Länge erhaltener Wikingerpfeil gefunden. Seine Länge wird zwischen 70 cm
und 80 cm angenommen.
Die etwas verdickten Nocken ähneln denen der Eisenzeit von Nydam und Thorsberg.
Im Gegensatz zur 4-fach Befiederung von Nydam hat sich hier inzwischen die 3-fach Befiederung durchgesetzt.

Die Federn wurden mit Birkenteer und Garnbewicklung am Schaft befestigt.
Die Anzahl der Umwicklungen pro cm entspricht denen auf meinen Bildern. AlsSchaftmaterial wird nun seltener Kiefer,
oft aber Esche und Birke genommen. Die Schaftdurchmesser variieren zwischen 7mm und 10 mm.
Die Schäfte sind nicht mehr gebarrelt, sondern zylindrisch.
Die Nockenden wurden entweder mit Bronzenocken versehen, die mit ihrem
angegossenen Schaftdorn ins Schaftende eingelassen und verklebt wurden.
Oder es wurde halt direkt die Sehnenkerbe in den Schaft geschnitten.

Tüllenspitzen gehören zu den großen Seltenheiten der Wikingerzeit.. Gebrauchlich sindSchaftdornspitzen,
die in das vordere Ende eingesetzt werden.
Das Schaftende wird im Spitzenbereich ein- oder zweifach mit Drahtwicklung versehen.
Einige der Spitzen haben monströse Ausmaße, die im schlimmsten Fall 13 cm Länge erreichen.
Wofür auch immer.
Zusätzlich fand man in Haithabu noch Holzkolbenpfeile zur Jagd.

Bild 18


Bild 19

Bild 20

Bild 21

Bild 22

Bild 23

30. Burg Grenchen(D), ca 1.000 - 1150n. Chr.

Bei Burg Grenchen wurden eiserne Tüllenspitzen für Durchschlagwirkung mit
Vierkantprofil in flacher und Quadratischer Schmiedeart gefunden.

Bild 24

31. Alladorf(D), ca. 1.200 n. Chr.

Hier wurden typipische mittelalterliche Tüllenspitzen mit langen Widerhaken aus Eisen gefunden.

Bild 25

32. Kleelangheim(D), ca. 1.340 n. Chr.

In Kleelangheim wurde ein Hortfund von mehreren eiserenen Tüllenspitzen
mit Spitze in Weidenblattform des mittleren Mittelalters gefunden.

Bild 26

33. Mary - Rose Fund(GB) 1.545. n. Chr.

Die im Schiff gefundenen 3.500 Pfeile waren zwischen 61 cm und 81 cm lang.
Als Schaftholz wurde Pappel, Buche, Esche und Hasel genommen. Die gewickelte Dreifach-Befiederung war aus Ferdern der Gans und des Schwanes.
Das Pfeilende hatte eingesetzte Hornnocken.


Nachtrag : Alle Photos und Texte sind Eigentum von mir. (Räbchen, Hugin, carbonator)
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