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carbonator

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Montag, 31. Dezember 2012, 13:01

Skytische Pfeile aus dem Mittelmeerraum

Moin.

Hier zeige ich euch einen sogenannten Skytischen Pfeil und ein paar Originale Fundspitzen.

Es sind Bronzespitzen, meist Tülle, manchmal mit Widerhaken.

Diese Pfeile wurden im gesamten Schwarzmeerraum und im Mittelmeerraum geschossen.

Die Römer hatten sogenannte Auxiliarheere, also Hilfstruppen fremder Länder, und besonders gute Schützen kamen oft aus dem Schwarzmeerraum.

Der Pfeil kann bis 120 cm lang sein, je nach Zweck. Das vordere Drittel verjüngt sich bis zur Spitze.

Die Spitzen sind extrem klein und leicht und fangen bei heute umgerechnet 40 grain an bis hin zu 80 grain.

Bei heutigen Bögen käme das einen Leerschuß gleich, früher wurde das mit einer dickeren Sehne dann vermieden.

Der hintere befiederte Teil des Schaftes verjüngt sich bis kurz vor das Nockende und wird dann dicker.

Bei einer Wurfkraft von 65 lbs würde eine derart leichte Spitze vorne zum Trudeln neigen, aber die Aerodynamik des Schaftes und die langen Federn

ziehen den Schaft quasi grad in Flug durch leichten bremsen von hinten.

Das steht im Gegensatz zu der Europäischen Pfeilflugphilosophie, wo in der 2. Hälfte des Fluges die schwere Spitze den Schaft ins Ziel ziehen soll.

Beides funktioniert prächtig , wenn man den jeweiligen Bogen dazu benutzt.

Bei Schußversuchen mit den abgebildeten 2000 jahre alten Originalspitzen gab es keinen Körperschutz ,den es nicht mühelos durch drang, auch alle Schutzelemente moderner .

Ein Kettenhemd hat eine Zerstörung von 6 Ringen zu vermelden beim Einschlag ohne große Stoppwirkung des Pfeils. Holzschilde wurden durchschossen,

nur der mittlere Metallbuckel hält stand. Es macht wenig Sinn, den Schild am Körper zu haben, oder am Unterarm zu tragen, wenn man nicht

festgenagelt werden möchte.


Über moderne Schutzmittel möchte ich nicht schreiben.

Einziger Schutz, wirklich allereinziger Schutz bietet der griechische Leinpanzer aus ca. 20 Lagen dichtgewebtem und verklebtem Leinen.

Hier wurden Leimschichten beim Einschlag zerstört, ein Gefecht hätte man aber durchgestanden und danach Wechsel der Teile.

Leider war man damit sauunbeweglich.

Die Bronzespitzen haben diese Folter jedenfalls ohne Blesseuren, obwohl nur Bronze, überlebt.

Noch eine Anmerkung zu den Spitzen mit Widerhaken :

Die Bezeichnung Arzt leitet sich von der Pfeilverwundung ab.

Der Römische Arzt hatte ein kleines armbrustähnliches Instrument was auf den Steckschuß aufgesetzt wurde und der pfeil wurde damit durch den

Restkörper ausgeschossen. Eine Durchschußwunde ließ sich besser reinigen und verarzten.
»carbonator« hat folgendes Bild angehängt:
  • imm000_4.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »carbonator« (31. Dezember 2012, 13:28)


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