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MP 40

Naturbursche

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Donnerstag, 12. September 2013, 19:36

Das Krag-Jörgensen Gewehr

Das Krag-Jørgensen ist ein Mehrladergewehr, das gegen Ende des 19. Jahrhunderts vom Artilleriehauptmann Ole Herman Johannes Krag, Vorsteher der staatlichen Waffenfabrik Kongsberg, Norwegen, und seinem Mitarbeiter Erik Jørgensen entwickelt wurde. Das Gewehr wurde 1889 von Dänemark als Ordonnanzwaffe eingeführt, 1892 folgten die USA, später Norwegen.Das besondere Merkmal dieses Gewehrs ist sein fünf Schuss fassendes Magazin. Die Patronen liegen in einer Reihe quer unter dem Verschlusszylinder, eine Patrone wird durch eine Kurve nach oben in Ladeposition gebracht. Nachgefüllt wird das Magazin mit Einzelpatronen durch eine Klappe am auf der rechten Seite herausragenden Magazin. Im Gegensatz dazu wird die Munition bei den meisten Mehrladern, beispielsweise dem Mauser-System, senkrecht von unten zugeführt, was bedingt, dass zum Nachfüllen des Magazins der Verschluss geöffnet sein muss. Der Vorteil des Krag-Systems besteht somit darin, dass Patronen auch im verriegelten Zustand geladen werden können.Das Krag-Gewehr war für den Einsatz auch bei extremer Kälte konzipiert, seine große Ladeklappe ließ sich mit Handschuhen bedienen. Der entscheidende Nachteil dieser Konstruktion bestand jedoch darin, dass keine Ladestreifenverwendet werden konnten, Patronen mussten jeweils einzeln ins Magazin gedrückt werden. Zudem war der Verschlussmechanismus nicht so robust wie der der Mauser-Modelle. Der Zylinder besaß nur eine Verschlusswarze vorn, so dass die Waffe nicht auf besonders leistungsstarke Patronen und Laborierungen umgerüstet werden konnte.(Es wurde aber zusätzlich durch eine Asymmetrisch angebrachte Nase und durch den Kammerstengel verriegelt)
Dänemark
Das Interesse des dänischen Militärs brachte die Entwicklung des Gewehrs erst in Gang. Krag und Jørgensen präsentierten 1886 dort ihre ersten Entwürfe, die sie entsprechend den bei der Erprobung geäußerten Vorbehalten mehrfach überarbeiteten. Der ursprüngliche Prototyp verfügte noch über ein zehnschüssiges Magazin und wurde für zu schwer befunden. Drei Jahre später erfolgte dann die Aufnahme der Waffe in das Arsenal der dänischen Streitkräfte, wo sie bis zur Besetzung durch deutsche Truppen 1940 verblieb.

USA

1892 entschied sich das US-amerikanische Zeugamt, die veralteten Springfield-Einzellader im Schwarzpulverkaliber .45-70 Governmentdurch den in Norwegen entwickelten Mehrlader zu ersetzen. Zudem wurde eine Munition nach zeitgemäßen Standards entwickelt, die.30-40 Krag. Sie war die erste kleinkalibrige Patrone mit rauchschwachem Pulver im Dienst der U.S. Army. Zur Truppe kam das Krag-Gewehr aber erst zwei Jahre später, da durch Materialfehler und Modifikationswünsche umfangreiche Nachbesserungen notwendig wurden.




U.S. Krag Model 1898 VerschlussNachdem sich die Mauser-Gewehre im Spanisch-Amerikanischen Krieg in den Händen der Gegner besser bewährt hatten, - dank Ladestreifen konnten sie schneller geladen werden; zudem war die 7 mm Mauserpatrone der .30-40 Krag weit überlegen, - wurde die Krag bereits 1903 ersetzt und 1907 zurückgezogen. Die neue Waffe, die Springfield M1903 Rifle, hatte den Mauser-Lademechanismus und das dem Krag-Verschluss überlegene Mauserschloss. In den 1920er Jahren veräußerte die US-Armee ihre Reservebestände, worauf die Krag in den USA zu einer beliebten Jagdwaffe wurde. In der Gegenwart ist die Waffe für Sammler vor allem deshalb interessant, weil nach vielerlei Um- und Nachrüstungen sowie Spezialmodellen eine große Vielfalt von Varianten im Umlauf ist.
In der Springfield Armory (Massachusetts) wurden, alle Ausführungen zusammengerechnet, etwa eine halbe Million Stück gefertigt. Die grundlegendsten Änderungen gegenüber dem dänischen Modell umfassten:
<ul);" color: rgb(0, 0, 0); font-family: sans-serif; background-color: rgb(255, 255, 255);">[*]Die originale Ladeklappe ließ sich nach unten schwenken, diese wurde durch eine horizontale Lade ersetzt.[*]Die Hakensicherung wich einer Flügelsicherung.[*]Der Kammerstängel wurde gekröpft.Norwegen
Norwegen:
Das Herstellerland war die letzte Nation, die die Krag einführte. Im Vorfeld hatte sich eine schwedisch-norwegische Kommission mit der 6,5 mm Schwedisch Mauser auf eine einheitliche Patrone einigen können, auf ein Einheitsgewehr jedoch nicht. Zu jener Zeit waren beide Länder noch in einer Personalunion verbunden. 1894 übernahm Norwegen die Krag aus eigener Produktion, Schweden das Mauser-Modell 1896. Die Krag 1894 unterschied sich dabei nur wenig von den amerikanischen Modellen. Das Gewehr blieb noch bis zum Zweiten Weltkrieg im Arsenal der norwegischen Armee.

Zivile Bezeichnung:Krag-GewehrMilitärische Bezeichnung:.30 Caliber Springfield Rifle of the Krag-Jorgensen Pattern (USA)Einsatzland:Norwegen, USA, DänemarkEntwickler/Hersteller:Ole Krag,
Erik Jørgensen,
Kongsberg Våpenfabrikk,
Springfield ArmoryHerstellerland:Norwegen, USAProduktionszeit:1889 bis 1905 (USA)Waffenkategorie:GewehrAusstattungGesamtlänge:je nach Modell 986–1328 mmGewicht: (ungeladen)je nach Modell 3,4–5,2 kgLauflänge:je nach Modell 520–832 mmTechnische DatenKaliber:8 × 58 mm R (DK)
.30-40 Krag (USA),
6,5 × 55 mm (N)Mögliche Magazinfüllungen:5 PatronenAnzahl Züge: 4Drall: links Verschluss:Zylinderverschluss mit Kammerstängel
Quelle:Wikipedia
Eine interessante Seite über Norwegische Modelle und Produktionszahlen!
http://www.exordinanza.net/schede/Krag-norvegesi.htp
Und ein ganz besonderer Leckerbissen über einen Konflikt der bei uns so gut wie unbekannt ist,Der Amerikanisch-Philippinische Krieg! (Viel Bilder)
http://philippineamericanwar.webs.com/
Der Herr der Eisen wachsen ließ,der wollte keine Knechte. http://www.prolegal.org/ http://german-rifle-association.de/

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Donnerstag, 12. September 2013, 20:03

Hickok45 in Aktion mit dem Krag-Jörgensen 1898:

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Donnerstag, 12. September 2013, 20:32

Sehr schöne und ...

... geschichtlich interessante Waffe. Ich mag die Krag, in 8 mm habe ich sie schon geschossen, in 30-40 noch nicht.- (USA)
Die Munition ist relativ selten und dementsprechend schwer zu bekommen.


Als Militärwaffe war sie aber dem 98er Mausergewehr hoffnungslos unterlegen, technisch wie auch ballistisch!

Die Waffe war eine M.89 dänischer Produktion gewesen, die Geschosse noch verkupfert mit Blei-Rundkopf, ähnlich der alten 8 x 56R der Steyr-Mannlicher M.95, bzw. der 6,5 x 52 Carcano, wobei die aber schon Vollmantel hatten aus Tombak, oder Flusseisen.
Aber ein herrliches Gewehr und ein Stück Geschichte.
Ich gratuliere dir zu Deiner.

Mountain ...
Gerechtigkeit ist es, heute das zu erlauben was "vorgestern" noch normal und üblich war und seit "gestern" strafbar ist! :Fahne2:

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Donnerstag, 12. September 2013, 22:30





Als Militärwaffe war sie aber dem 98er Mausergewehr hoffnungslos unterlegen, technisch wie auch ballistisch!


Mountain ...
Technisch will ich nicht abstreiten,Ballistisch ist die 6,5x55 der 8x57 ebenbürtig ,wenn nicht sogar besser da die 6,5 eine gestrecktere Flugbahn und eine hohe Eigenpräzision hat.Auf 300 Meter las ich jeden K98 alt aussehen,von 100 Meter ganz zu schweigen.Mein Bruder hat einen Norwegischen M1925 der hat nicht nur eine Diopter Visierung sondern zusätzlich noch eine zur Seite verstellbare Schiebe Visierung und ein seitlich verschiebbares Korn!von denen wurden nur knapp 2300 Stück gefertigt.
»MP 40« hat folgende Bilder angehängt:
  • 466338_483309891740465_1632558728_o.jpg
  • 901097_483312971740157_1108395522_o.jpg
  • 966445_483307428407378_2065644811_o.jpg
  • 921736_483309335073854_1336661575_o.jpg
  • 914192_483308921740562_1276236132_o.jpg
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Freitag, 13. September 2013, 00:33

Also erstmal ...

... die 6,5er Version ein wunderschönes Teil. Die Präzision der Mauser Patrone ist spätestens seit dem 96er Schweden-Mauser jedermann bekannt,
Militärisch allerdings auch ein Flop, da im Ernstfall zu wenig Power. (Siehe 6,5 Arisaka, 6,5 Mannlicher-Schönauer, 6,5 Carcano z.B)
Präzision ist da eine andere Sache. In der Praxis sollte aber beides zusammen kommen!

Zudem bezog sich mein Vergleich auf das dänische M.89 in 8 x 58R und NICHT auf die norwegische Variante des M.25.

Von daher habe ich natürlich Recht. Beim 6,5 x 55 Kaliber ist der Rückstoss auch weitaus moderater als beim 7,92 x 57 IS, zudem ist die Eigenpräzision in der Regel etwas höher. Da hast du Recht!
Vergleich mal die Kimme 8 mm Krag Mod.89 (900 mtr.) zu 8 mm Mauser Mod.98 (2000 mtr.) ;(

Mountain ...

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Freitag, 13. September 2013, 22:34

Die 8x57 hat ebenfalls heute keine Militärische Bedeutung mehr,wie fast alle alten Militärpatronen,man ist einfach dazu übergegangen zu noch kleinerem Kaliber überzugehen .223 z.b.oder bei Kurzwaffen sogar 4,6mm
Noch heute werden in Schweden und Norwegen die meisten Elche! mit der 6,5x55 erlegt und sie ist DIE Patrone für Sportschützen schlechthin,Auf der Deutschen Meisterschaft sind am meisten vertreten,Schwedenmauser,K31,Enfield,Springfield,Mosin,aber nur wenige K98,nicht das es eine schlechte Waffe ist nein,die Visierung ist für Sportliches Schieße nicht optimal und muss beim Ordonanzschießen dem Original entsprechen und somit sind Änderungen dann nicht zugelassen.Als Scharfschützenversion mit Zielfernrohr ist das was ganz anderes,der Sepp Allerberger wusste das damals schon. :)
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Samstag, 14. September 2013, 07:32

Morgen Manfred ...

... stimmt alles! :thumbup:
Trotzdem sträuben sich der Deutschen Jägerschaft die Haare, wenn die sowas hören. Eine 6 1/2 mm auf einen Elch? OH GOTT!
Das geht natürlich nur bei sehr guten Schützen, nicht umsonst ist es in Schweden üblich VOR der Jagd ein gemeinsames Anschießen der Büchsen auszuführen.
Bringt ein Teilnehmer nicht die geforderte Leistung, kann er nachhause gehen. *huhu1*

In D nimmt man auf so kapitales Wild generell eine .375 H&H, 8 x 68, 9,3 x 74 oder eine andere dicke Bohne, selbst eine 7 x 64 oder
7 mm Rem. Mag. wird mißtrauisch beäugt. Kleinere Kaliber hält man halt nur in der Hand SEHR erfahrener Schützen für Waidgerecht.

Ich erinnere mich noch gut an einen Artikel von Wild & Hund vor etlichen Jahren:

Einer Jungjägerin war es bei ihrer ersten Jagd gelungen einen Urian von gewaltiger Größe mit einer 6,5 x 55 zu strecken.
Mein Gott was haben sich da Einige im Forum aufgeregt über den "Glücksschuss".
Und das, obwohl die Patrone zugelassen ist. (naja, so gerade eben!)

* Ob es denn demnächst erlaubt sein würde mit Luftgewehren auf Schwarzwild zu gehen?*rofl1* *
Da hat wohl auch der Neid eine gewisse Rolle gespielt und dann noch eine Frau ~ UND ~ Jungjägerin. UNERHÖRT!

Ich persönlich halte aber auch nichts von einer .223 als Armeekaliber.
Die ist in D gerade mal auf Rehwild zugelassen,..
Gruß, Alex
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Samstag, 14. September 2013, 16:33

Auch in den Nordländern geht der Trend klar zu größeren Kalibern wie 308 Win und 30-06, die Gewehre in 6,5x55 werden noch benutzt weil sie eben in großen Mengen vorhanden sind. Es stimmt zwar dass mit der 6,5x55 die meisten Elche geschossen wurden, es wurden aber auch mit der 7x57 die meisten Elefanten geschossen, und noch mehr krank geschossen, das ist das was man dann eben nicht so gern erzählt... Ausserdem gilt z.B. in Schweden und Norwegen ein Mindestgeschoßgewicht von 10g, für die deutschen Patronen (z.B. 6,5x57) gibts da gar nichts vom Band.
Zielbalistisch ist die 8x57IS der 6,5x55 haushoch überlegen, aussenbilistisch ist 6,5x55 klar im Vorteil, deswegen und wegen der schlechten Visierung des K98 sieht man die 98er kaum bei höherwertigen Meisterschaften im Ordonanzschießen, schon gar nicht im vorderen Bereich.

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