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Vogelspinne

Naturbursche

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Dienstag, 28. Mai 2013, 23:16

Diana LP6 1. und 2. Baureihe

Diana LP6 1. und 2. Baureihe






Im April 1960 kam, auf Basis der im Februar 1958 auf dem Markt
gebrachten Luftpistole Diana 5 mit Prellschlag, als erste
prellschlagfreie Match-Luftpistole die Diana 6 mit dem patentierten
Doppelkolbensystem des Konstrukteurs Giss auf den Markt. Sie war auch
die erste Diana-Druckluftwaffe mit diesem vorzüglichen
Doppelkolbensystem.

Dabei wurde das Kunststoffgriffstück und weitestgehend auch die
Visierung der Diana 5 übernommen. Einzig das Balkenkorn unterscheidet
die erste Baureihe der Diana 6 von der Visierung der Diana 5 mit
Dachkorn.



In diesem Bericht stelle ich jeweils eine Diana 6 der 1. Baureihe einer
Diana 6 der 2. Baureihe gegenüber. Beide vorgestellten Diana 6 haben
noch keine Herstelldatum-Prägung auf der Systemhülse, da beide
Luftpistolen vor 1966 hergestellt worden sind.



Der Lieferumfang einer Diana 6 ( hier 2. Baureihe ):





Geliefert wurde in einer stabilen Styrodur-Box mit
Plexiglas-Klarsichtdeckel, gefertigt wie für die Ewigkeit, mit
Gebrauchsanweisung ( stark ausgeblichen, sonst orange ), 4 Wechselkornen
( das schmalere Balkenkorn fehlt hier ) - 2 Balkenkorne 2,6 mm / 3,0
mm, 1 Dachkorn 0,5 mm, 1 Perlkorn 1,5 mm und der Luftpistole Diana 6 (
3,0 mm Balkenkorn im Wechselkornträger ).



Technische Daten



Länge: 400 mm

Höhe: 165 mm

Lauflänge: 180 mm

Länge der Visierlinie: 360 mm

Gewicht: 1,4 Kg ( gemessen: 1471 g )

Lauf: gezogen mit Choke

Schaft: Matchschaft aus Kunststoff mit Fischhaut und Daumenauflage ( später auch in braun erhältlich )

Kaliber: 4,5 mm

Schußenergie: ca. 3,9 J / ~ 125 m/s



Diana 6 - 1. Baureihe ( unten, ca.1961 ) und 2. Baureihe ( oben, ca. 1964 ) gegenübergelegt:





Die Unterschiede zwischen der 1. Baureihe und der 2. Baureihe begrenzen
sich auf die Visierung. System, Lauf und Griffstück blieben gleich.



Die 1. Baureihe wurde bis Ende 1963 hergestellt und hat einen
gummiummantelten Korntunnel mit einem festen 3,0 mm Balkenkorn, sowie
der langen Kimmenschwinge mit in Klicks verstellbarer Höhen- und
Seitenverstellung.



Die 2. Baureihe startete Anfang 1964 und wurde 1978 von den Baureihen
Diana 6G und 6M abgelöst. Bei der 2. Baureihe ist ein Wechselkornträger,
der den Lauf umfasst, montiert, sowie als Kimme das Anfang 1964 bei den
Baureihen LG 27, LG 35, LG 50, LG 60 ( nur Grundausstattung mit Schaft
ähnlich dem LG 35 ), LP 5 neu eingeführte Mikrometervisier mit
Klickverstellung und wählbaren 4 Kimmenausschnitten.



Für beide Visierungstypen gilt:

- bei Rechts- oder Hochschuß = Schraube nach rechts drehen.

- bei Links- oder Tiefschuß = Schraube nach links drehen.



Während der Wechselkornträger nachträglich bei der Diana 6, 1. Baureihe,
nachgerüstet werden kann, geht dies mit dem neuen Mikrometervisier
nicht.



Informationsblatt von Diana zur Änderung / Neueinführung des Wechselkornträgers und des Mikrometer-Visiers von 1964:





Die Visierung ist in beiden Baureihen für den Schützen annähernd gleich
zu schießen. Was man als Schütze bemerkt, ist der etwas kleinere
Korntunneldurchmesser der 1. Baureihe gegenüber der 2. Baureihe und die
etwas empfindlichere Kimmenschwinge der 1. Baureihe, bezüglich
seitlichen Druck. In der Hinsicht ist das Mikrometer-Visier der 2.
Baureihe deutlich stabiler und zudem etwas genauer zu justieren.



Die Korne in der Durchsicht ( 1. Baureihe links ):





Die Korne in der Seitenansicht ( 1. Baureihe links ):





Die Kimmenschwinge 1. Baureihe links und rechts das Mikrometer-Visier der 2. Baureihe in Draufsicht:





Die Kimmenausschnitte (links Mikrometer-Visier mit den 4 wählbaren Kimmenausschnitten ):





Um als Matchpistole zu bestehen, benötigt man einen guten und
verstellbaren Abzug. Die Diana 6 besitzt ab der 1. Baureihe den fein
regulierbaren und patentierten Riegelabzug mit automatischer Sicherung.
Bei diesem Abzug sind Druckpunkt-Widerstand ( serienmäßig 500g ) und
Gewicht des Abzugweges ( ca. 350 g ) verstellbar.



Der Riegelabzug:





Aus der Gebrauchsanweisung die Einstellung des Riegelabzuges:





Der gezogene und gechokte Knicklauf rastet im System mit dem
patentierten Diana-Kugelverschluß stramm und spielfrei ein. Trotzdem ist
diese Verschlußart gegenüber heutigen Starrlauf-Matchpistolen etwas im
Nachteil, da bei jedem Spannvorgang die Visierlinie gebrochen wird und
eine Verriegelung ähnlich den LG 65 / 66 fehlt..



Der Diana-Kugelverschluß:





Auf dem Laufsockel ist die Seriennummer, sowie bei den Exemplaren ab 1970 das und das Kaliber eingeschlagen. Bei meiner Diana 6 der 1. Baureihe wurde bei der Werksüberholung mit Neubrünierung das nachgeschlagen.



Seriennummer mit meiner Diana 6, 1. Baureihe:





Da meine Diana 6 der 2. Baureihe ebenfalls vor 1970 hergestellt wurde
und sie noch nicht werksüberholt und neu brüniert ist, findet man am
Laufsockel nur die Seriennummer ( und eine unschöne Schramme vom
Vorbesitzer :( ).



Seriennummer meiner Diana 6, 2. Baureihe:





Bei dem Doppelkolbensystem ist zu beachten, daß Zylinder, Kolben und
Kolbendichtungen dank damals neuartiger Werkstoffe völlig wartungsfrei
sind und nicht geölt werden dürfen!

Es wird außerdem vom Hersteller empfohlen, alle 1000 Schuß den Lauf
mittels geölten Werg vom Laufende her durchzuziehen ( heutzutage
empfehlenswert: VFG Filze zum Durchziehen mit z.B. VFG Match-Set Pocket
). Vor Drahtbürsten wird dringend abgeraten, da dies das Laufinnere
beschädigt!



Wer diese Hinweise aus der Gebrauchsanweisung beachtet, hat bei
regelmäßiger Nutzung praktisch lebenslang eine zuverlässige und sehr
präzise Luftpistole, die aufgrund der Verwendung des damals besten
Materials ( laut Hersteller ) außergewöhnlich haltbar ist und auch nach
Jahren nicht an Leistung und Präzision verliert.

In Anbetracht des Alters beider hier vorgestellter Diana 6 von weit über
40 Jahren und der noch heute vorhandenen Leistung und Präzision hatte
der Hersteller Mayer & Grammelspacher im Dianawerk, Rastatt, den
Mund nicht zu voll genommen!



Diana 6, 1. Baureihe, in der Hand ( Handschuhgröße 9,5 ):







Da die Zulassungsbedingungen für Luftpistolen-Wettkämpfe dahingehend
geändert wurden, daß nur noch offene Visierungen ohne Korntunnel
zulässig sind, wurde 1978 die Diana 6 durch 2 neue Modelle abgelöst.

Einmal die Diana 6G als gehobene Freizeit-Luftpistole, bei der nur das
bisherige Kunststoffgriffstück gegen ein Neueres mit Griffschalen
ausgewechselt wurde; und andererseits die Diana 6M, die neben dem
Griffstück der 6G den ummantelten Lauf mit dem offenen Korn der 1974
vorgestellten Matchpistole Diana 10 bekam. Die Diana 6M war als
Match-Einsteigermodell konzipiert.

Beide Modelle, 6G und 6M, waren wahlweise mit einem verstellbaren hölzernen Matchgriff zu bekommen.



Ausschnitt aus Katalog von 5/86:





Zum Schluß nochmal, etwas größer zum Lesen, der erläuternde Text des Diana-Informationsblattes von 1964:

»Vogelspinne« hat folgende Bilder angehängt:
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Zitat: Ein Staat ist nur so frei wie sein Waffengesetz! ( Gustav Heinemann, Alt-Bundespräsident )

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »bfgguns« (30. Mai 2013, 00:23)